Seifenkistenrennen – ein beliebter Eventklassiker

04.04.2015
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In Zeiten des Internets finden Spiel und Spass zunehmend nur noch virtuell statt. Da haben Veranstaltungen, bei denen von Anfang an bis zur Durchführung selbst Hand anzulegen ist, fast schon etwas Besonderes und Ungewohntes – zum Beispiel Seifenkistenrennen. 

Seifenkisten können auf eine über 100-jährige Geschichte zurückblicken. Mit dem Aufkommen des Automobils und der ersten Autorennen hatten auch Kinder den Wunsch, wie die Erwachsenen um die Wette zu rasen und Siegestrophäen zu gewinnen. Mit Seifenkisten war das möglich. Bis heute erfreuen sie sich ungebrochener Beliebtheit.

Einzigartiges Fahrgefühl

Eine Seifenkiste ist ein antriebsloses Fahrzeug auf vier Rädern mit einer Verkleidung, einem Fahrersitz und einer Lenkvorrichtung. Die Fortbewegung erfolgt alleine durch Hangabtrieb. Auf abschüssigem Gelände einmal in Bewegung gesetzt, entwickeln Seifenkisten ungeahnte Beschleunigung. Bis zu 50 Stundenkilometer Geschwindigkeit können sie erreichen.

Da die Fahrer sich in Bodennähe befinden, entsteht dadurch ein ganz ungeahntes unmittelbares Fahrgefühl, das sich deutlich von dem in einem Komfortsitz einer herkömmlichen Limousine unterscheidet. Hier lässt sich der Rausch der Geschwindigkeit noch hautnah erleben, zumal es eine Federung üblicherweise nicht gibt. Auch die Lenkung, die häufig über Lenkseile, -bügel oder -räder erfolgt, hat vielfach noch etwas Urtümliches an sich. Ähnliches gilt für die Bremsen.

Kreative Möglichkeiten

Seifenkisten bieten viel Raum für Kreativität. Die kann sich vor allem bei der Verkleidung austoben. Üblicherweise kommen dabei Sperrholz, Holz oder Kunstfaserstoffe als Materialien zum Einsatz. Bei den Formen sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt. Ob ganz simpel und ohne ästhetischen Anspruch, windschnittig und aerodynamisch oder ganz auf den Aha-Effekt beim Publikum bedacht – es gibt eine Unzahl an Möglichkeiten, Seifenkisten zu gestalten.

Experten-Know-how und technisches Spezialgerät werden dafür kaum benötigt. Auch ein durchschnittlicher Heimwerker ist mit herkömmlichem Werkzeug durchaus in der Lage, passable Seifenkisten zu fertigen. Wer es etwas bequemer mag, kann auch einen fertigen Bausatz erwerben.

Wie überall, gibt es auch bei Seifenkisten natürlich Qualitäts- und Komfortunterschiede. Bei offiziellen Rennen und Meisterschaften sind bestimmte Qualitätsstandards zu erfüllen. Fertige Bausätze berücksichtigen das.

Dies gilt weniger, wenn es vor allem um den Spass-Effekt geht. Hier ist mehr die Originalität gefragt. Eine Seifenkiste in Form einer Badewanne, eines Doppeldeckerbusses, Oldtimers oder einerLokomotive – das sind nur einige Kreativ-Beispiele. Sie lassen sich natürlich nicht über fertige Bausätze verwirklichen.

Seifenkistenrennen – Vergnügen mit Tradition

Seifenkistenrennen haben eine lange Tradition. In den 1930ern wurde über erste Seifenkistenrennen aus den USA berichtet. Wahrscheinlich sind sie aber deutlich älter. Auch der Name “Seifenkiste” stammt aus den Vereinigten Staaten. Ein amerikanischer Reporter prägte den Begriff, als er Jugendliche beim Basteln von “Automobilen” aus Soap Boxes, Verpackungskisten für Seifen, und anderem Material fotografierte. Vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg machten sich Seifenkisten auch in Europa breit, obwohl sie hier ebenfalls schon vorher ausprobiert worden waren.

Aus der Schweiz ist zum Beispiel ein erstes Seifenkistenrennen im Jahr 1934 in Biberstein bekannt. Der Schweizer Seifenkistenverein führt jedes Jahr eine Vielzahl von Veranstaltungen, Rennen und Meisterschaften mit unterschiedlichsten Initiatoren durch. Es muss sich beim Seifenkistenrennen aber nicht zwangsläufig um ein sportliches Ereignis drehen, es kann auch darum gehen, den besten Einfall und die ausgefallenste Idee für die Gestaltung einer Seifenkiste zu prämieren.

Eventhighlight für Jugendliche und Familien

Als Freiluft-Veranstaltungen eignen sich Seifenkistenrennen vor allem für die schöneren Jahreszeiten. Da die Fahrer eher – aber nicht nur – zur Jugend gehören, bieten sich die Rennen vor allem für Events an, die sich an diese Zielgruppe richten. Weil in den Seifenkistenbau aber häufig auch die ganze Familie involviert ist, können Rennen ebenfalls sehr gut als Familienereignis organisiert werden.

Sicherheit geht vor

Bei der Organisation ist an die erforderlichen Genehmigungen zu denken. Es muss eine geeignete abschüssige Strecke gefunden werden, um das Rennen in Fahrt zu bringen. Die Strecke und der Zielauslauf müssen ausreichend abgesichert werden. Der reguläre Verkehr ist ggf. abzusperren und umzuleiten. Es sollten auch immer genügend Helfer zur Verfügung stehen, die sich um die vielfältigen Aufgaben am Rande – Zeitmessungen, Startnummernvergabe, Sicherheitskontrolle usw. – kümmern.

Auch für ein ansprechendes Rahmenprogramm, insbesondere für Essen und Getränke, ggf. auch Musik, ist zu sorgen. Es wird eine entsprechende Technik benötigt für Lautsprecher, Musikanlagen usw. Es gibt viele Dinge, an die bei einem professionellen Seifenkistenrennen zu denken ist. Bei einem kleineren Anlass muss der Aufwand für die Organisation vielleicht nicht ganz so gross sein. Doch sollte immer an die Sicherheit gedacht werden, denn die Verletzungsgefahr ist bei den erreichbaren Geschwindigkeiten nicht zu unterschätzen.

Wenn diese Grundregeln beachtet werden, kann man aber einem Seifenkistenrennen mit Gelassenheit entgegensehen. Aktivität, Spass und Spannung sind bei diesem klassischen Event für Gross und Klein garantiert.

 

Oberstes Bild: © Ten03 – Shutterstock.com