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Das In-Game-Konzert in Videospielen: Der Konzertbesuch von morgen?

Die Eventbranche befindet sich aktuell in einem digitalen Wandel: Über Livestreams finden Konzerte inzwischen vermehrt auf virtueller Ebene statt, während Besucher den Veranstaltungen von zu Hause aus beiwohnen können.

Im Zuge dessen sind bereits verschiedene Plattformen entstanden, die Künstlern und Veranstaltern einen virtuellen Ort bereitstellen, um Konzerte online mit Gästen abzuhalten.

Eine solche Plattform wirkt unkonventionell, etabliert sich heute allerdings verstärkt als Möglichkeit mit viel Potential: Videospiele. Das Battle-Royale-Game Fortnite, das die Welt nach dem Release 2017 im Sturm eroberte, bietet eine eigene Bühne innerhalb des Spiels an, auf der schon diverse Stars der Musikbranche standen und virtuell grandiose Konzerte abhielten. Die Akzeptanz solcher Konzerte nimmt stetig zu. Liegt die Zukunft der Konzerte in den Games?

Das Streamen zur Unterhaltung wird zur Norm

Unterhaltung online im Stream zu erleben, gewinnt stetig an Bedeutung und etabliert sich im Alltag der Menschen bereits in den unterschiedlichsten Bereichen. Das zeigt sich am meisten darin, dass das lineare Fernsehen inzwischen immer mehr durch Streaming-Anbieter verdrängt wird. CH Media bringt mit „oneplus“ jetzt sogar eine eigene Streaming-Plattform heraus, die die Schweiz mit einer geballten Ladung Streaming-Vergnügen versorgen soll. Doch neben dem Fernsehen werden auch längst zahlreiche weitere Unterhaltungsmöglichkeiten im Stream bereitgestellt, auf die Nutzer komfortabel in den eigenen vier Wänden zugreifen können.

Zum Beispiel bieten jetzt verschiedene Museen es an, die Ausstellungen virtuell zu sehen. So bietet etwa das Museums für Kommunikation in Bern Livestreams an, mit denen das Museum kurzerhand zum Besucher nach Hause kommt. Auf ein ähnliches Konzept bauen jetzt sogar Casinos. Im Internet ermöglichen es Online Casinos jetzt, virtuell die Casino-Atmosphäre zu erfahren. Über Livestreams erscheint dann sogar ein echter Croupier im Wohnzimmer des Spielers, um ein besonders lebensnahes Spielerlebnis zu gewährleisten, ohne dass man das Haus verlassen muss. Genauso kommt inzwischen auch der Fitness-Coach virtuell in die eigenen vier Wände: Online Fitnessstudios bieten inzwischen verstärkt virtuelle Klassen zeitversetzt und im Livestream an, damit man jetzt auch von zu Hause aus das Sportstudio besuchen kann. Auf ähnliche Weise ziehen nun auch Konzerte in die virtuelle Sphäre.

Die digitale Bühne in Fortnite sorgt für Ekstase

Dass die Verbraucher es bereits gewohnt sind, auf Unterhaltung jedweder Art virtuell im Stream zuzugreifen, um diese direkt aus den eigenen vier Wänden heraus zu erleben, ist damit unverkennbar. Diese Bereitschaft zeigt sich jetzt auch im Bereich der Konzertbesuche, denn die virtuelle Bühne in Videospielen bewirkt beachtliche Beliebtheit. Das Battle-Royale-Videospiel Fortnite von Epic Games hat diesen Trend bereits 2019 in die Wege geleitet, als DJ Marshmello innerhalb des Spiels auf der digitalen Bühne auflegte und ein virtuelles Event sondergleichen veranstaltete. Spieler mussten sich nur rechtzeitig in das Spiel einloggen, um das In-Game-Konzert mit ihrer Spielfigur zu besuchen.

Die Idee von Spielentwickler Epic Games ging auf: Über 10 Millionen Spieler waren live dabei und tanzten virtuell vor der Bühne. 2020 setzte Fortnite noch eins drauf und zog mit einem virtuellen Konzert von Rapper Travis Scott gleich über 12 Millionen Spieler an. Der galaktische Auftritt, bei dem der Rapper in einer überdimensionalen Version seiner selbst über die Tanzfläche schwebte und psychedelische Lichteffekte für Stimmung sorgten, war damit ein gigantischer Erfolg. Inzwischen hat das Spiel eine eigene «Party Island», auf der die Waffen abgelegt werden und gute Laune und Tanzstimmung übernehmen. Hier finden regelmäig Konzerte virtuell statt, wo echte Stars wie Deadmau5, Steve Aoki, Dominic Fike, Kaskade und mehr auftreten.

Das macht In-Game-Konzerte so besonders

Das Konzept geht auf. Daten des Marktforschungsunternehmens Innofact zufolge, die vom Verband der deutschen Games-Branche veröffentlicht wurden, können sich allein in Deutschland bereits 20 Millionen Menschen vorstellen, Konzerte in Videospielen zu besuchen. Doch auch in der Schweiz und international kommt die neue Art der Konzerte an. Sie bergen einen eigenen Reiz und ermöglichen eine Konzerterfahrung der anderen Art.

Bei derartigen In-Game-Konzerten wie in Fortnite handelt es sich um ein wahrlich soziales und interaktives Event, an dem die Menschen gemeinsam virtuell zu ihrer Lieblingsmusik abtanzen können. Spieler können mit anderen Spielern aus aller Welt, die alle gleichzeitig zum Event erscheinen interagieren und das Spektakel gemeinsam genieen. Zudem ermöglichen derartige Konzerte eine deutlich höhere Teilnehmerzahl als es in einem gewöhnlichen Konzertsaal jemals möglich wäre. Zu welchem Konzert kommen schlielich über 10 Millionen Menschen aus aller Welt gleichzeitig? Das Internet und die virtuelle Bühne im Videospiel machen es möglich.

Nutzer und Künstler suchen nach neuen Möglichkeiten, Events und Konzerte abzuhalten. Die Digitalisierung und die Welt der Videospiele liefert ab: Mit In-Game-Konzerten könnte die Eventbranche nachhaltig revolutioniert werden.

 

Titelbild: Melinda Nagy – shutterstock.com

Von christoph

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