Museen – Orte der Standortfindung und Bewusstseinsbildung

17.03.2015
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Museen sind ein zentraler Bestandteil des kulturellen Lebens. Ohne die musealen Sammlungen würden viele Dinge, die unser menschliches Leben früher geprägt haben oder nach wie vor bestimmen, aus dem Blick und in Vergessenheit geraten. Museen sind daher immer auch Orte der Standortfindung und Horizonterweiterung. 

Im Multimedia-Zeitalter, in dem viele Reize auf den Menschen einwirken, reicht es allerdings vielfach nicht mehr aus, interessante Ausstellungsstücke nur zu zeigen. Auch die Präsentation der Museen muss neue Techniken einbeziehen und besondere Formen der Vermittlung suchen, um in einer von visuellen Eindrücken überfluteten Welt weiter Anziehungspunkt zu sein.

Die Rolle der Museumspädagogik

Dies gilt gerade für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene als Zielgruppe, denn hier sind die multimedialen Einflüsse besonders wirksam. Da Museumsbesuche gerade in diesem Alter schon seit jeher nicht unproblematisch waren, hat man sich bereits früh mit alternativen Formen der Vermittlung befasst, um hier mehr Interesse zu schaffen. Die Museumspädagogik ist daraus als eigener Lehrzweig für die Vermittlung von Ausstellungsobjekten und -inhalten entstanden.

Neue Formen der Vermittlung

Die Museumspädagogik ist gerade im Online-Zeitalter vor neue Herausforderungen gestellt. Das gilt im Übrigen für fast jede Art von Museum. Auch die grossen Häuser wie der Louvre in Paris oder das Deutsche Museum in München sind damit ebenso konfrontiert wie kleinere Sammlungen und Ausstellungen in der Provinz. Heute gehören zu einem Museumsbesuch selbstverständlich nicht nur die jeweiligen Ausstellungsstücke, sondern auch weitergehende Informationen, die Besuchern über Filme, Modelle, Rekonstruktionen, Info-Monitore und auf andere Weise gezeigt werden. Neben dem klassischen Museumsführer ist der Audio-Guide inzwischen zum beliebten Begleiter von Museumsbesuchern geworden.

Aktive Einbindung der Museumsbesucher

Gerade für jüngere Besucher hat sich dabei immer das aktive Mitwirken als besonders eindrücklich erwiesen. Kinder und Jugendliche erfassen das im Museum Gezeigte am besten, wenn es im eigenen Handeln nachvollzogen werden kann. Zu den Klassikern der Museumspädagogik gehören daher Workshops, in denen das, was gezeigt wird, nachgeahmt oder abgebildet wird. Malen im Museum ist nach wie vor eine der beliebtesten Formen der Wissensvermittlung.

Museumsbesuch als Event: Beispiele

Hier sind drei Beispiele von Projekten und Angeboten, die auf jüngere Museumsbesucher zugeschnitten sind und die mögliche Vielfalt zeigen. Sie machen tatsächlich aus einem Aufenthalt im Museum ein Event, das lange über den eigentlichen Besuch hinaus in Erinnerung bleibt.

  • Das Niedersächsische Landesmuseum veranstaltet im Rahmen seiner Ausstellung “Als die Royals aus Hannover kamen” eine Geocaching-Tour als Wettbewerb unter dem Motto “Mit dem GPS auf den Spuren der Welfen”. Der Wettbewerb verbindet das Abenteuer einer Schnitzeljagd mit der modernen GPS-Ortungstechnik und kommt damit der Lebenswelt der jungen Zielgruppe besonders nahe.
  • Die Kunsthalle Bremen hat ein Projekt unter dem Titel “Picasso meets Street Art” gestartet. Darin konnten sich ehemals inhaftierte Jugendliche über Street Art ausdrücken und erhielten dadurch eine wertvolle Hilfe zur zielgerichteten Beschäftigung. Ihre Werke wurden im Rahmen einer besonderen Picasso-Ausstellung gezeigt.
  • Das Museum Schloss Kyburg in der Schweiz bietet seit Längerem auf Kindergärten und Schulen abgestimmte Mottoprogramme mit aktiver Beteiligung an. So können Schulkinder sich unter dem Motto “Als Burgenarchäologe auf der Kyburg” archäologisch oder unter der Überschrift “Wappen und Gänsekiel” als Burgschreiber und Wappengestalter betätigen.

Die Liste der Beispiele liesse sich beliebig fortsetzen. Letztlich ist jedes Museum selbst gefordert, hier entsprechend seinem Ausstellungsprogramm kreativ tätig zu werden. Dies fällt manchmal sicher leichter, manchmal schwerer. Bei einem naturwissenschaftlich-technischen Museum mag der Zugang für jüngere Besucher leichter zu gestalten sein als bei einer Galerie, die moderne Malerei zeigt.

Museen – auch als Event-Location geeignet

Museen sind darüber hinaus häufig auch selbst ein interessanter Veranstaltungsort. Sehr viele Ausstellungsgebäude überzeugen durch ihre beeindruckende Architektur. Nicht zwangsläufig muss es sich dabei um historische Mauern handeln. Zu allen Zeiten wurden Museen als besonders wertige Repräsentativbauten gestaltet und auch die moderne Architektur hat hierfür bemerkenswerte Beispiele zu bieten. Zugleich wurden Museen bevorzugt an zentralen Plätzen und Orten errichtet. Beide Eigenschaften machen sie zu einer idealen Event-Location, die ihren besonderen Reiz gegebenenfalls noch durch markante Ausstellungsstücke als Rahmen erhält.

Sehr viele Museen verfügen über eine eigene Gastronomie und Veranstaltungsservices, die normalerweise bei Vorträgen und Tagungen zum Einsatz kommen, aber auch im Rahmen einer Event-Organisation einsetzbar sind. Auch ansonsten passt in der Regel die Infrastruktur von der Verkehrsanbindung über die Garderobe bis hin zu den sanitären Einrichtungen. Manches Museum und manche Ausstellungshalle bieten sich inzwischen aktiv als Event-Ort und -Dienstleister an.

Ein Museum ist sicher ein aussergewöhnlicher Ort. Der Anlass sollte dabei zum Museum passen und umgekehrt. Dann wird auch ein Event im Museum zu einem unvergesslichen Erlebnis, an das man gerne zurückdenkt.

 

Oberstes Bild: © Amy Johansson – Shutterstock.com