Gamification – Spiele und Events miteinander verbinden

30.01.2015
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Spiele sind für die Freizeit, auf Events wird gearbeitet – richtig? Prinzipiell haben Sie damit tatsächlich Recht, aber es kann nicht schaden, einige der positiven Aspekte von Spielen jeglicher Art auf Ihre Events zu übertragen.

Warum das so ist und was wir genau damit meinen, zeigen wir im folgenden Artikel.

Die Idee hinter Gamification

(Gute) Spiele haben eine Gemeinsamkeit: Sie ziehen uns praktisch wie selbstverständlich in ihre Welt, ihre Regeln, ihre Mechanik. Kinder im jüngsten Alter spielen ebenso gerne wie Senioren – nur auf andere Art und Weise. Wirklich gelungene Spiele digitaler oder realer Natur können so gut sein, dass wir sogar vergessen, auf die Zeit zu achten. Wir nehmen die Umwelt nicht mehr hundertprozentig war und sind voll und ganz auf eine Sache konzentriert. Sie merken jetzt vielleicht, dass sich diese Eigenschaften genau mit jenen Aspekten decken, welche Sie auf Events für Ihre Gäste benötigen.

Eventagenturen haben das ebenfalls erkannt. Die Idee hinter der Gamification, welches als inoffizielles Fachwort dient, ist simpel: Wenn Spiele so viel Spass machen, das Publikum begeistern und es beispielsweise auf Messen sehr lange am Messestand verharren lassen, warum kombinieren wir sie dann nicht mit der klassischen Eventplanung? Spiele können dazu dienen, ganze Gruppen von Menschen – zumindest für kurze Zeit – zu vereinen, sie gemeinsam lernen und entdecken zu lassen und einfach Spass zu haben.

Gamification in der Praxis

Wenn Sie jetzt vielleicht vor Ideen für Ihr nächstes Event nur so überkochen, müssen wir Sie noch einmal kurz bremsen. Ihr Ziel darf es nicht sein, aus einer Veranstaltung ein einziges grosses Spiel zu machen. Die primäre Aufgabe des Events ändert sich auch durch Gamification nicht. Stattdessen sollten Sie versuchen, die erwähnten Prinzipien, welche Spiele so spannend machen, in das bestehende Event zu integrieren. Damit erreichen Sie mehr Besucher, Sponsoren, mögliche Kunden und schaffen ganz einfach deutlich befriedigendere Veranstaltungen.

Warum das so ist, können Sie sehr einfach nachvollziehen: Sicherlich standen Sie schon einmal auf einer Messe oder einem ähnlichen Event und sind plötzlich in eine Art Zuschauermodus umgeschwenkt. Sie sitzen oder stehen an einem Stand, Sie sehen die Informationen auf Bildschirmen und in Prospekten, Sie hören einem Redner auf einer Bühne zu – aber eigentlich bekommen Sie davon gar nichts mit. Diese Art von passiver Teilnahme ist für Sie als Eventveranstalter natürlich eine Katastrophe, denn auch Ihre Gäste können sich natürlich so verhalten. Das Resultat daraus wäre, dass die Besucher am Ende gar nicht mehr wissen, was sie überhaupt erlebt haben.

Aktive Beteiligung

Spiele haben sich als äusserst effektives Mittel herausgestellt, um auf Events die Begeisterung der Massen zu wecken – womit sie nur eine andere Form der aktiven Beteiligung sind. Dabei hilft es zunächst, sich die möglichen Ziele vor Augen zu halten. Diese könnten unter anderem wie folgt aussehen:

  • Eine erhöhte Teilnahmebereitschaft der Besucher.
  • Eine vergrösserte Teilnehmerzahl während des Events, was insbesondere Zeiten wie den frühen Morgen oder auch den späten Abend betrifft.
  • Ein verbessertes Networking führt zu einer deutlich höheren Anzahl an neuen Bekanntschaften während des Events.
  • Sie vergrössern die Anzahl an Social-Media-Empfehlungen durch die Besucher Ihres Events.
  • Es macht ganz einfach mehr Spass.

Das richtige Spiel auswählen

Nachdem Sie herausgefunden haben, welche Ziele Sie erreichen möchten, können Sie sich Gedanken über ein passendes Spiel machen – denn dieser Prozess dauert leider ein wenig und ist auch nicht unkompliziert. Auch müssen Sie sich einige Belohnungen und den Weg dorthin ausdenken: Ein High-Score-System bei bestimmten Spielen bietet sich immer an, die Belohnungen sollten ausserdem eine wirkliche Belohnung sein – und nicht einfach nur ein Kugelschreiber, ein T-Shirt oder ein USB-Stick.

Beim eigentlichen Spiel für Ihr Event haben Sie hingegen fast die freie Wahl, welche Sie allerdings ein wenig eingrenzen müssen:

  • Es darf sich nicht einfach nur um eine Art Gimmick handeln, welches nach nur fünf Minuten sein Interesse wieder verloren hat.
  • Gleichzeitig darf es den eigentlichen Zweck des Events – wie vielleicht eine Produktvorstellung oder das Angebot einer Dienstleistung – nicht in den Schatten stellen.
  • Es muss nicht teuer und aufwendig sein. Kreative Spiele können auch mit einem Bleistift und einem Stück Papier gespielt werden, wenn es sich für Ihr Event anbietet.

Das Verhalten der Spieler

Abschliessend wollen wir noch darauf hinweisen, dass Sie wesentlich mehr Zeit in die Planung des Spiels als in die Auswahl der Belohnungen investieren sollten. Jene Belohnungen sind nämlich gar nicht so reizvoll, wie Sie es sich vielleicht vorstellen. Nach einer in den USA veröffentlichten Studie spielen nur etwa 20 % der Spieler, um die Belohnungen zu erhalten – die restlichen 80 % mögen einfach die soziale Komponente. Auch das ist ein weiterer Grund für den Erfolg der Gamification auf Events jeglicher Art: Dabeisein ist alles.

 

Oberstes Bild: © Monkey Business Images – Shutterstock.com